Ausklang der IV. Literaturwoche Äquatorialguinea in Wien

Gestern ging in Wien die IV. Ausgabe der Literaturwoche Äquatorialguinea zu Ende, die als einen der Protagonisten den renommierten Schriftsteller Donato Ndongo Bidyogo zu Gast hatte. Letzterer wurde kürzlich für den Literaturpreis hispanoafrikanischer Literatur “Amadou Ndoye” nominiert.

In seinem Eingangsvortrag hob der Autor von “Shadows of Your Black Memory” (“Las tinieblas de tu memoria negra”) das wachsende Interesse am kreativen Schaffen aus Äquatorialguinea in internationalen Kreisen hervor. Ndongo Bidyogo sprach von Äquatorialguinea als jungen Kulturraum, der von einigen wenigen geschaffen wurde. Ein Raum, der beim hispanisch-guineischen Kongress im Jahr 1984 in Bata eröffnet wurde und mit der Veröffentlichung der ersten “Anthologie der guineischen Literatur” (“Antología de la literatura guineana”) umgesetzt wurde

Seit dieser Publikation erfährt das äquatorialguineische kreative Schaffen eine steigende Verbreitung als neue afrikanische Schriftiteratur. Donato Ndongo wies auf die Tragödien hin, die tausende junger Afrikaner_innen durchleben und die täglich im Mittelmeer ums Leben kommen, um dem Elend in der afrikanischen Heimat zu entgehen. Eine dramatische Situation, die in den Augen Ndongos eine logische Konsequenz der kriminellen Machenschaften korrupter Regierungen in Afrika ist, wie auch im konkreten Fall von Äquatorialguinea. Äquatorialguinea ist ein an Erdölressourcen reiches Land, welches seit 1979 von Teodoro Obiang Nguema regiert wird.

Der “guineische Frühling in Wien” zählte auch mit der Teilnahme von zwei weiteren Persönlichkeiten der guineischen Literatur. Zum einen die Autorin und Verlegerin Remei Sipi Mayo, die die erste Anthologie guineischer Schriftstellerinnen publiziert hat: “Die weiblichen Stimmen Äquatorialguineas” (“Voces femeninas de Guinea Ecuatorial”). Des weiteren war Joaquín Mbomío Bacheng zu Gast, der seine neue Publikation “Malabo littoral” vorstellte. Dieses Buch ist die französische Übersetzung seines Romans “Huellas bajo tierra”, herausgegeben vom Verlag l´Atelier du Tilde.

Auch der österreichische Schrifsteller Erich Hackl war Teil der Literaturwoche Äquatorialguinea. Erich Hackl ist in der deutschsprachigen Literaturlandschaft der Gegenwart einer der profiliertesten und erfolgreichsten Vertreter einer explizit politischen Literatur. Nachdem er in den letzten Jahren den Ehrenschutz übernommen hatte, war Hackl dieses Jahr Teil des Programms der 3-tägigen Veranstaltung. Im “Gespräch zweier Schriftsteller” – Erich Hackl und Donato Ndongo – tauschten sich beide über ihre Erfahrungen aus. Ein Auszug aus diesem Gespräch, und auch ein Dialog zwischen Remei Sipi und Irina Baumgartner (von der Frauensolidarität), kann unter diesem Link nachgehört werden:

http://cba.fro.at/287746 (Radio Orange Wien vom 20. Mai 2015)

Die Literaturwoche Äquatorialguinea ist bereits regelmäßiger Bestandteil an den Instituten für Romanistik sowie für Afrikawissenschaften der Universität Wien. Forscher_innen aus u.a. Deutschland, Polen, Marokko und Spanien haben diese Veranstaltungsreihe in den letzten Jahren besucht und die Vorträge sowie Diskussionen für ihre Forschungszwecke nutzen können. Abgesehen von dem regen Austausch zwischen Studierenden, Professor_innen, Forscher_innen bzw. Wissenschafter_innen und Schriftsteller_innen, der im Laufe der Literaturwoche stattfindet, zählt die Universitätsbibliothek in Wien auch zahlreiche Publikationen äquatorialguineischer Schrifsteller_innen und Themen zu ihrem Bestand. Unter anderem auch Werke des Schweizer Soziologen und Essayisten Max Liniger Goumaz, ein Äquatorialguinea-Veteran, der uns seine umfangreiche Bibliographie zur Verfügung gestellt hat: Publicaciones MAX LINIGER GOUMAZ

Einige Eindrücke von der IV. Literaturwoche Äquatorialguinea:

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