50. Jahrestag der Unabhängigkeit Äquatorialguineas

Am 12. Oktober 2018 feiert Äquatorialguinea den 50. Jahrestag der Unabhängigkeit von Spanien. Der 12. Oktober ist ironischerweise zugleich der „Día de la hispanidad“, sozusagen der spanische Nationalfeiertag. Äquatorialguinea hat in seiner Geschichte, und vor allem in den letzten 50 Jahren, turbulente Ereignisse erlebt. Die Befreiung von der spanischen Kolonisation, die ersten Wahlen im Jahr 1968, die Diktatur unter Francisco Macías Nguema, die Entmachtung von Macías im Jahr 1979 durch Teodoro Obiang Nguema – der bis heute als Präsident des Landes agiert -, die Erdölförderung seit den 1990er Jahren, und vieles mehr.

Eine zwiespältige Historie, die sich sehr gut in einem kurzen Text von Benedict Weiß darstellt. Entstanden ist dieser Text in der von Mischa G. Hendel gehaltenen Lehrveranstaltung mit dem Titel „Spanisch in Afrika. Die spanischsprachige Literatur Afrikas mit Schwerpunktsetzung Äquatorialguinea“ am Institut für Afrikawissenschaften (Universität Wien). 

Äquatorialguinea

ist wie eine Unbekannte und gleichzeitig zeigt dieses Land so viele Facetten wieder, die man zu kennen scheint. Wenn ich an Äquatorialguinea denke, dann fehlen mir die Worte, meine ganzen Gefühle zu sammeln, sie zu ordnen und auszudrücken, da mich so vieles beschäftigt. Das beginnt schon ganz banal mit dem Beinamen Äquatorial, weil es überhaupt nicht am Äquator liegt. Dann wirkt es auf einer Landkarte wie entzwei gerissen, durch das Meer getrennt. Ein Land mit eckigen Grenzen, welche die cabezas cuadradas der Europäer widerspiegeln. Wie etwas Vergessenes scheint es zu sein – ein Nicht-Ort –, weil es nicht in der Gegenwart zu sein scheint.

In einer Zeit, in welcher wir von Informationen erschlagen werden, bis sie uns unsere Freiheit nehmen, ist es eine schwere und langwierige Suche, Informationen über dieses Land zu finden, und dies in einer informationsüberfluteten Welt. Es gibt einen stillen Dialog mit Europa, welcher von wirtschaftlichen Interessen dominiert wird und wenig Anteil hat an einem kulturellen oder sozialen Austausch. Und wenn man die Möglichkeit hat, von ihren literarischen Stimmen zu hören, dann ist man wie betäubt durch die Beschreibungen, die Vielfalt, den Erfahrungen des Exils und den ewigen Rufen nach Freiheit, die unbeantwortet widerhallen.

Wann spricht man über die Vielfalt, Natur, Sprachen, Kultur und über die Menschen dieses Landes? Der Raum ist von einer Stille erfüllt, die mit vielen belastenden Fragen auf einen wartet.

Von 11.-14. November 2018 findet übrigens wieder eine „Literaturwoche Äquatorialguinea“ in Wien statt – die 8. Ausgabe seit 2012, und bereits die 2. in diesem Jahr, zuätzlich zu der bereits etablierten Literaturwoche im Mai.

Gäste sind im November Ramón Esono Ebalé, Remei Sipi Mayo, Edmundo Sepa und Joaquín Mbomío Bacheng. Beginnen wird die Veranstaltungswoche am 11.11. mit einem Comic-Workshop mit Ramón Esono – alias „Jamón y Queso“. Wer teilnehmen möchte, schreibt eine Email an: max.doppelbauer@univie.ac.at

 

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Comments
One Response to “50. Jahrestag der Unabhängigkeit Äquatorialguineas”
  1. Anlässlich des 50. Jahrestags der Unabhängigkeit Äquatorialguineas hat das Afrikastudienzentrum in Leiden ein Webdossier erstellt: https://www.ascleiden.nl/content/webdossiers/equatorial-guinea

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